„Luther 1521“ und „Gespräche auf dem roten Sofa“: Radikale Reformation heute

Die Wittenberger Vortragsreihe „Luther 2021“ der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt beschäftigt sich im Mai mit dem „Radikalen Reformation“ und wird verknüpft mit dem neuen Format „Gespräche auf dem roten Sofa“.

Dr. Stephen Buckwalter, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Heidelberger Akademie der Wissenschaften beschäftigt sich in einem Vortrag mit dem Thema „Radikale Reformation in Wittenberg – die Zwickauer Propheten“.

Diese zuerst im Umfeld von Thomas Müntzer in Zwickau auftretende Gruppe von frommen Laien, Handwerkern und Studenten, die in prophetischem Selbstbewusstsein und unter Berufung auf die Bibel radikale Kritik an der Säuglingstaufe und an der weltlichen Obrigkeit übte, faszinierte Ende 1521 in Wittenberg auch Andreas Karlstadt und verunsicherte Philipp Melanchthon. Erst Luthers Rückkehr von der Wartburg im Frühjahr 1522 und seine heftige Ablehnung der von ihm sogenannten „Zwickauer Propheten“ drängte deren theologische Anliegen ins Abseits. Waren diese Enthusiasten eine Anomalie oder womöglich ureigene Kinder der Reformation?

Im Anschluss sprechen Prof. Dr. Fernando Enns, Leiter der Arbeitsstelle Theologie der Friedenskirchen am Fachbereich Evangelischen Theologie der Universität Hamburg und Professor für (Friedens-)Theologie und Ethik an der Theologischen Fakultät der Vrije Universiteit Amsterdam (VU) in den Niederlanden und Renke Brahms, Theologischer Direktor der Evangelischen Wittenbergstiftung, Friedensbeauftragter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), über „Wittenberger Bewegung – aktuell: Radikale Reformation heute.“

Die „Wittenberger Bewegung“ in den Jahren 1521/22 wird als eine Phase der radikalen Reformation betrachtet. Zu den Vertretern dieser Richtung wurde auch Andreas Bodenstein, genannt Karlstadt, gezählt. An anderen Orten wurden die „Täufer“ und die Pazifisten zu den Radikalen gezählt und verfolgt oder gar getötet. Was könnte radikale Reformation heute bedeuten?  Im Gespräch mit dem mennonitischen Friedenstheologen Fernando Enns soll diese Frage – auch im Hinblick auf die Friedensthematik beleuchtet werden.

Die Videos werden ab dem 25. Mai 2021 auf der Internetseite www.martinluther.de sowie auf dem YouTube-Kanal und der Facebook-Seite der Stiftung bereitgestellt.

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